Die Drachen von Dinas Emrys (Snowdon)

 
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Wie in den alten walisischen Epen erzählt wird, begrub König Lludd in frühen Vorzeiten hier zwei Drachen, die sich bekämpft hatten. Später, als König Vortigern sich in Snowdon niederlassen wollte, wählte er Dinas Emrys als Standort für seine neue Burg. Doch während der Bauarbeiten begab es sich, daß die Erde in jeder Nacht bebte, so daß die errichteten Mauern wieder zusammenfielen. Die Berater des Königs entschieden, daß ein Opfer erforderlich wäre, um die Erde zu beruhigen, und dies sollte ein vaterloses Kind sein.

Nach einiger Suche fanden sie einen Jungen, der von anderen Kinder als vaterloser Bastard beschimpft wurde. Dieser Junge hieß Merddyn Emrys (Merlin) und besaß Magie und die Macht, den wahren Grund für die Beben zu sehen. So erweckte er die beiden Drachen und sofort begannen sie, sich wieder zu bekämpfen. Der Rote Drache siegte über den Weißen Drachen und letzterer floh. Merlin prophezeite, daß der Rote Drache die Britannier verkörperte und der Weiße Drachen die Sachsen, und daß dieses Ereignis den Sieg der Britannier über die Sachsen bedeute.

Die Kelten nannten ihre Führer auch Drachen (draig), so daß es ebenfalls bedeuten konnte, daß der Führer der Britannier siegreich über den Führer der Sachsen sein würde. Was sich ebenfalls bewahrheiten sollte, durch Uther Pendragon und später durch König Artus selbst.

(Übersetzung aus dem Englischen)

In der englischen Artussage bekommt der Drachen eine andere Bedeutung. Der rote Drache war das Wappenzeichen der Pendragon, das erste Geschlecht der Hohenkönige von Britannien, zu dessen Sprösslingen auch König Artus gezählt wird. Dies ist historisch kaum belegbar, doch die Sagen und Mythen, die sich um König Artus ranken, sind so tief verankert, dass es auch keine Beweise für seine Nicht-Existenz gibt. Noch heute ist der rote Drache Bestandteil der walisischen Flagge.

 
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